Internationaler Tag 16. November: Internationaler Tag der Toleranz
Mit dem Ziel, Problembewusstsein in der Öffentlichkeit zu wecken und die Gefahren der Intoleranz deutlich zu machen, proklamierten die Mitgliedstaaten der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) 1995 die Erklärung von Prinzipien der Toleranz und den 16. November zum Internationalen Tag der Toleranz.
Das lateinische "tolerare" bedeutet erdulden. Toleranz bedeutet also das Erdulden anderer Meinungen, anderer Lebensweisen und -orientierungen.
"Die Toleranz kann nur eine vorübergehende Gesinnung sein, sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen." Wie immer man dieser Aussage Johann Wolfgang von Goethes in der Gegenwart gegenüberstehen mag: Toleranz ist ein höchst umstrittener Begriff. Für viele ist Toleranz etwas, das gönnerhaft aus der Position der Stärkeren oder der Mehrheit heraus dem oder der Schwächeren gewährt wird, andere sehen Toleranz als unverzichtbare Voraussetzung für eine funktionierende multikulturelle Gesellschaft, in der Toleranz vor allem dann wichtig ist, wenn es zu Konflikten kommt. Toleranz üben heißt in letzterem Sinn auch: neues Wissen erwerben und damit eigene Maßstäbe ständig neu überprüfen und bewerten.
Eine angeregte Debatte hat sich in den letzten Jahren rund um die Grenzen religiöser Toleranz im Hinblick auf die Frage entwickelt, ob das Kopftuch in Schulen von Lehrerinnen und Schülerinnen getragen werden darf.
Was bedeutet Toleranz in Zeiten rasanter globaler politischer und kultureller Veränderungen? Wo sind die Grenzen der Toleranz, zum Beispiel im Hinblick auf fundamentalistische Positionen? Ist Toleranz Voraussetzung für die Verwirklichung von Menschenrechten und deckt sich die Begrifflichkeit von Toleranz mit dem Respekt vor der Menschenwürde?
Linktipps
Kinderseite „Hanisauland“ zum Tag der Toleranz
UN: International Day for Tolerance |