Aktionstage Politische Bildung 2007 Gender | Gleichstellung | Geschlechtergerechtigkeit
Im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung 2007 (23. April bis 9. Mai ) wurde Geschlechtergerechtigkeit in den Mittelpunkt des Programms gestellt – und zwar sowohl als Thema als auch als Strategie.
Die Gleichstellung von Mann und Frau (Gender Equality) ist eines von zehn Schlüsselthemen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014). Arbeit, Einkommen, Geld, Macht, Einfluss, Besitz, Pflichten und Verantwortung sowie Bildungs- und Karrierechancen sind weltweit ungleich verteilt – sowohl was die Verteilung zwischen Nord und Süd, als auch was die Verteilung zwischen den Geschlechtern betrifft. Geschlechtergerechtigkeit insbesondere im Hinblick auf Arbeits- und Verantwortungsteilung, auf den Zugang zu Ressourcen und Bildung sowie zu politischen, wirtschaftlichen und technischen Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen ist ein zentrales Thema für eine nachhaltige Entwicklung.
Zum Weiterlesen: Gender und Bildung für nachhaltige Entwicklung [pdf, 500 KB], hgg. v. BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
Was kann Politische Bildung zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen? Und wie kann Gender Mainstreaming (GM) im politischen und gesellschaftlichen (schulischen) Alltag praktisch umgesetzt werden?
Sie können einerseits mit Ihren Veranstaltungen und anderen Beiträgen zu den Aktionstagen Politische Bildung 2007 Gender-Bewusstsein schaffen, Diskussionen anregen und wahrscheinlich auch Veränderungen in bisher als selbstverständlich empfundenen, alltäglichen Situationen herbeiführen.
Anderseits kann bereits die Planung der Aktivitäten und schließlich die Durchführung unter dem Blickwinkel der Geschlechtergerechtigkeit stattfinden: Wie viele Frauen und Männer sind beteiligt und welche Aufgaben werden ihnen jeweils zugeteilt? Wer hält eine Rede? Wer moderiert? Wer leistet bezahlte und wer unbezahlte Arbeit im Rahmen der Veranstaltung? Wer soll von den Aktivitäten und in welcher Form angesprochen werden? Etc.
Wie kommt Geschlechtergerechtigkeit in die Schule?
In österreichischen Schulen ist das Unterrichtsprinzip Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern in den Lehrplänen der meisten Schularten verankert. Dies entspricht dem Grundsatz des Gender Mainstreaming, zu dessen Umsetzung sich die Europäische Union und die österreichische Bundesregierung verpflichtet haben. Das integrierte Gemeinschaftskonzept ergänzt die Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene. Hier finden Sie die Maßnahmen zur Gleichstellung von Männern und Fraune in den europäischen Programmen im Bereich Bildung und Kultur.
Zum Weiterlesen: 100 Begriffe aus der Gleichstellungspolitik [pdf, 200 KB], Glossar der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern, hgg. v. der Europäischen Kommission, Referat für Chancengleichheit.
Gender Mainstreaming ist ein integrativer, gesamt-gesellschaftlicher Ansatz, der über das Konzept der Frauenförder- und Gleichstellungspolitik hinausgeht. Es zielt ausdrücklich auf ein übergreifendes Rollenverständnis für Frauen und Männer und die Aufnahme der Geschlechterperspektive in die Gesamtpolitik.
Gender Mainstreaming und Frauenförderung
sind zwei einander ergänzende Strategien.
Da die geschlechtsspezifische Ungleichheitsstruktur überwiegend zu Lasten von Frauen geht, ist Frauenförderung unerlässlich, um einen Ausgleich zu schaffen. Gender Mainstreaming identifiziert in allen Bereichen geschlechtsspezifische Ungleichheiten und zeigt auf, wo ergänzende frauenfördernde Maßnahmen notwendig sind.
Im Vordergrund der GM-Bemühungen steht jedoch die Chancengleichheit beider Geschlechter, sodass Frauen wie Männer von der Umsetzung profitieren (GeM-Koordinationsstelle).
2007 – Europäisches Jahr der Chancengleichheit für alle
Hauptziel der Kampagne ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Recht auf Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung. Im Kontext des Europäischen Jahres und der Antidiskriminierungsstrategie wird die Geschlechterdimension ebenfalls behandelt.
Den spezifischen Bemühungen der EU zur Gleichstellung der Geschlechter und gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts liegt der Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2006-2010 zugrunde. Zu den darin angeführten Aktionen gehört auch die Sensibilisierung für Gleichstellungsfragen in der Schule.
Mit Beginn des Jahres 2007 soll schließlich das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen den Kampf gegen geschlechterspezifische Benachteiligung aufnehmen. Das Kompetenzzentrum wird u. a. die Aufgabe haben, den EU-BürgerInnen die Gleichstellungspolitik der Union näher zu bringen, objektive, zuverlässige, auf EU-Ebene vergleichbare Daten zu erheben und auszuwerten und neue methodische Instrumentarien zu entwickeln.
Europarat: Balanced participation of women and men in political and public decision making
Eine ausgewogene Teilnahme von Frauen und Männern in politischen und öffentlichen Entscheidungen ist für den Europarat ein Kernstück einer funktionierenden, pluralistischen Demokratie und hat daher Richtlinien erarbeitet, die den Mitgliedsstaaten helfen soll, die Stärkung der Partizipation von Frauen zu fördern. Hintergrundinformationen und Empfehlungen finden Sie hier.
Webtipp
Themendossier Gender Mainstreaming
Literaturtipp
Gender Issues and Social Science Education, Journal of Social Science Education (JSSE) 2-2005 / Journal für Sozialwissenschaften und ihre Didaktik (JSD) 2/2005
Programmheft [pdf, 1,27 MB]
Logo [pdf, 69 KB]
Gender – Gleichstellung – Geschlechtergerechtigkeit. Texte, Unterrichtsbeispiele, Projekte
Geschlechtssensible politische Kinderbücher - Bücher zur Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse |